Briefe

Hier finden Sie Briefe von Jugendlichen:

 

Ein Brief von Jan*:

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Es fing an als ich 9 Jahre alt war. Ich habe mit „Homeys“ Häuser angefackelt, das waren noch „harmlose“ Dinge. Ich habe meinen ersten Joint geraucht (9 Jahre) und mir wurde das irgendwann auch zu langweilig.

Mit 13 habe ich angefangen „Coca“ zu ziehen und ebenfalls probierte ich „Schorre“ und „X-tasy“. Ich war total auf „Party“. Ich habe auf meine Eltern geschissen, wollte nur Coca ziehen auf Teile sein. Bis ich dann zum 2. mal wegen versuchten Totschlags von der Polizei gesucht wurde. Ich war 13, das Gesetz konnte mir nichts anhaben – das war auch gut so. Weil ich ansonsten für ein paar Jahre im Knast gelandet wäre. Als man mich in der Psychiatrie „Bremen-Ost“ eingewiesen hatte (zum 2.mal) ging es mir total dreckig „du hast es zu weit getrieben, jetzt bleibst du als Psycho abgestempelt:2
Bis dann die Möglichkeit auf das Pilger Projekt in Kirgisien, ich dachte es wäre ein Witz und sagte „Hey! Kommt mal klar wollt ihr mich verarschen?“ Weil ich schon in über 6 verschiedenen Einrichtungen war dachte ich auch diesmal „das wird nix, du änderst dich nie“.

 

Als ich dann im Flieger saß, dachte ich „du träumst alter – gleich wachst du auf und ziehst dir n‘ Kopf rein“. Ganz so ist es nicht gekommen. Jetzt bin ich schon ca. 6 Monate hier, ich habe mit Drogen, Alkohol und Rauchen aufgehört. Dafür werden von meinem Betreuer (der Sportmeister ist ) Sportfähigkeiten mit Radsport gefördert. In 5 Monaten bin ich jetzt schon 4100 Km gefahren und ich merke, dass ich mich sportlich weiterentwickle. Das Pilger Projekt ist was ganz besonderes. Man hat das Gefühl, das man was besonderes ist.
Die Betreuer betreuen einen, wie ich es noch nie gesehen habe, nicht einfach „Trockene Psychologie“ man wird nicht einfach „voll gelabbert mit irgendeinem Scheiß“.
Es ist interessant und macht Spaß neue Fähigkeiten zu lernen mit einer ganz anderen Kultur zu leben, eine neue Sprache zu lernen. Ich bin erst ein halbes Jahr hier, habe schon viel gelernt meiner Meinung nach und ich bin gespannt wie es weitergeht.

Ich habe ein sehr gutes Gefühl hier beim Projekt.
Ich hätte nie Gedacht, dass ich irgendwann mal mich ändern würde, aber ich mache schon erste Schritte zur Besserung.
Ich habe bei anderen Psychologen nie geglaubt wenn sie sagten du änderst dich.
Hier habe ich das Gefühl, das man mir helfen kann.
Ich würde dieses Projekt jedem empfehlen, dem es so ging wie mir, der sich schon aufgeben wollte und Perspektive auf knastleben hat.
Jetzt habe ich eine Perspektive auf Imker, Sologe und Sportmeister.
P.S.: Mit meinen Eltern habe ich regelmäßig Kontakt, ich verstehe mich auch viel besser mit ihnen. Jetzt gibt es sogar Momente wo ich sie total vermisse, obwohl ich früher auf sie geschissen habe.

 

Ein Brief von Tobias*:

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Es gibt sehr viele Auslandsprojekte. Ich bin mit dem Projekt sehr zufrieden.

Ich bekomme jeden Monat mein Taschengeld, Bekleidungs und Essensgeld.

Das was ich ausgebe (Geld) das wird alles notiert und am Ende des Monats gebe ich einen Finanzbericht ab in dem alles abgerechnet wird.

In Deutschland war ich ein paar mal zur Entgiftung in der Psychatrie. Viele Therapien helfen einfach nicht und sind zwecklos.

Jetzt im Projekt lebe ich schon 4,5 Jahre. Wohne alleine in einer Wohnung (Mobile Betreuung) gehe zur Berufsschule und mache Sport (Momentan nicht wegen einer Operation am Blinddarm).

Habe in Kirgisien auch schonmal wieder Drogenprobleme. Bin seit fast 3 Monaten „clean“ noch nicht mal Zigaretten.

Doch das wichtigste denke ich ist noch zu lernen alleine wohnen zu können und meine Ausbildung abzuschließen, die ich im Jahre 2007 zuende machen sollte.

Mein Profil ist Elektrikfachmann. Die Chancen darauf hätte ich in Deutschland einfach nicht. Und dazu habe ich ein neues Umfeld, Freunde und arbeite natürlich auch. Dazu kann ich auf russisch schreiben und sprechen.

Ich weiß einfach nicht wie ich dem Projekt danken kann. Sie haben einfach schon zuviel für mich gemacht (Mitarbeiter) auch wenn ich viel Mist gebaut habe und das kam schon vor und vorallem danke dem Herrn Ziegler der Projektleiter.

Danke für die Hilfe und vielen Dank für die guten Erfahrungen.

 

Eine E-Mail von Michael*:

Guten Tag Dada Ziegler 😉

Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass ich in Kirgistan war!

Ich schaue mir gerade noch mal all die Bilder an, die Sie und Dada Mischa mir geschickt haben. Daraufhin habe ich mir im Internet die Seite vom Projekt Pilger angeschaut und habe als erstes das Bild von der Wanderung, die Dada Mischa, Dada Igor und ich unternommen haben, erblickt. Dann schaute ich mir die Videos an. Hier fand ich aus dem Jahr 2010 den balchasch Urlaub und musste mich köstlich amüsieren. Ich hab ein bisschen, naja wie soll ich es beschreiben, ein bisschen Heimweh nach Kirgistan. Die Zeit in Kirgistan war eine meiner Besten, die ich auf meiner langen Reise hatte. Es gab gute und es gab blöde Momente in Kirgistan, aber alles in allem würde ich es sofort noch mal machen, wenn mein Jugendamt damit um die Ecke käme. hihi 😉 In Bektoo auf dem Land mit Dada Mischa und Totja Larissa war es einfach nur toll! Oder bei dem Sohn von Dada Cola, als Dada Mischa Urlaub gemacht hat oder auf diesem richtig tollen Bauernhof. Es ist mir jetzt peinlich es zu geben zu müssen, aber ich weiß nicht mehr wie die hießen. Ich versuche jeden Tag ein bisschen von meinem gelernten russisch wieder auf Vordermann zu bringen. Ich meine es sind 3 Jahre inzwischen vergangen, aber keine Angst, alles habe ich nicht verlernt! 😉 Bei mir geht es jetzt so langsam in die Eigenständigkeit den ich bekomme demnächst meine eigene Wohnung. Nun ja, wird auch mal so langsam Zeit, ich bin ja schon fast 18. Ich wollte mich eigentlich nur in diesem Brief bei Ihnen Herr Ziegler, bei Dada Mischa und Totja Larissa, bei Dada Cola und bei seinem Sohn und natürlich auch bei denen wo ich zum Schluss wahr, bedanken (das ist mir so peinlich, dass ich nicht mehr weiß wie die heißen). Also in diesem Sinne Danke. Danke das ihr für mich da wahrt, Danke für alles 😉

Mit freundlichen Grüßen :

M…

* Namen wurden geändert

 

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