"Pilger" Intensivpädagogische Betreuung
Konzept / Leistungsbeschreibung
Das Angebot
"Pilger" Intensivpädagogische Betreuung bietet flexible und individuell gestaltete stationäre
Einzelbetreuungen von jungen Menschen auf der Basis von Individuallpädagogik. Das
Jugendhilfeangebot besteht aus einer Kombination von der Auslandsphase in der Republik
Kyrgyzstan, oder in der Ukraine, oder in Bulgarien als Grundstein und einer Weiterbetreuung, bzw. Verselbstständigung in Deutschland.
Rechtsgrundlage
Sozialgesetzbuch (SGB VIII) insbesondere §§ 35, 35a, und 41
(in Zusammenhang mit § 5, § 27, § 36).
Bundessozialhilfegesetz (BSHG) § 39
Einzugsbereich
Bundesrepublik Deutschland
Auslandsphase/Staat
Mindestens 12 Monate in der Kirgisischen Republik, oder in der Ukraine, oder in Bulgarien, wobei die
Teilnahme von längerer Zeit (bis zum Schulabschluss oder g. g. f. bis zur Absolvierung
einer Berufsausbildung) sich bewährt hat.

 
Jugendliche im Alter von 12 - 17 Jahren (in Einzelfällen
auch jungere), die sich in Deutschland aufgrund konstitutioneller Faktoren, ihrer
familiären Situation bzw. ungünstiger sozialer Bedingungen oder eigener
Misserfolgserlebnisse nicht adäquat entwickeln oder ausleben können, was zu
regressivem und abweichendem Verhalten führt, wie z.B.:
- Beziehungsunfähigkeit / Bindungsstörung
- Lern- und Leistungsverweigerung
- Verwahrlosung
- überhöhtes / fehlendes Selbstwertgefühl
- Persönlicher Rückzug / Verschlossenheit
- Mangel an Selbstvertrauen
- Schulversagen
- Neigung zur Kriminalität
- Gefährdung durch Drogenkonsum
- Aggressivität / hohes Konfliktpotential
- Konsumzwang
- Verhaltensauffälligkeiten
- Defizite im Sozialverhalten
- Gruppenunfähigkeit
- straffällig gewordene/ von Straffälligkeit bedrohte Jugendliche
- U-Haft Vermeidung
- Motivationsschwäche
- Antriebsarmut
- Hyperaktivität
Ausschlusskriterien
n Geistige Behinderung
n starke Abhängigkeit von illegalen Drogen
Aufnahmeverfahren
- Analyse der vorliegenden anamnestischen Daten, Berichte und
Diagnosen des Jugendlichen
- Gespräche mit den zuständigen Mitarbeitern des Jugendamtes
und den Eltern/Sorgeberechtigen sowie Information über Projekt und Gastland
- Kennen lernen des Jugendlichen und motivieren für die Maßnahme
- Gemeinsame Entscheidung sowie Vereinbarungen über die voraussichtliche
(oder mindeste) Maßnahme sowie über die Form der Zusammenarbeit mit den
Eltern/Sorgeberechtigten und der Hilfeplanung wäärend der Maßnahmezeit
- Anschaffung der benötigten Ausrüstung und Bekleidung für die
geplanten erlebnispädagogischen Aktivitäten
- Erledigung der Formalitäten für den Auslandsaufenthalt
- Begleiteter Flug nach Kirgisien / Ukraine / Bulgarien
Für die Bearbeitung der Anfrage werden 5 Werktage veranschlagt.
Formale Voraussetzungen
Freiwillige Teilnahme des Jugendlichen an der Maßnahme
Vollmacht der Eltern/Sorgeberechtigten für die Zeit während
der Maßnahme , sowie Weitergabe von persönlichen Daten zur Erfüllung der
Meldepflicht im Gastland
Befreiung von der Schulpflicht in Deutschland für die
Dauer des Auslandsaufenthaltes
Übergabe aller anamnestischen Daten des Jugendlichen inkl.
Berichte von früheren Hilfen, psychiatrische Diagnosen, letztes Schulzeugnis
ärztliches Gesundheitszeugnis
gültiger Reisepass (mindestens noch 6 Monate Laufzeit)
Impfpass - bei Bedarf Nachweis über die notwendigen Impfungen
Ein aktuelles Hilfeplan-Protokoll
Schriftliche Kostenzusage des Kostenträgers
Allgemeine Grundlagen
Grundsätzlich wird der junge Mensch nicht an seinen Defiziten
gemessen, sondern als Lernender und gleichwertiger Mensch betrachtet (kein
Befehl-Gehorsam-Prinzip), das heßt: mehr Rechte erhält man nur, wenn man
bereit ist, mehr Pflichten zu erfüllen. Der jeweiligen Problematik und der
Entwicklungslage des jungen Menschen angepasst, kommen verschiedene Handlungskonzepte
der Sozialpädagogik zum Tragen. Zu nennen sind vor allem lebensweltorientierte,
beziehungsorientierte, systemische und situative Ansätze; dabei bildet das Prinzip
der gemeinsamen Arbeit einen Schwerpunkt. Zum pädagogischen Alltag gehören zahlreiche
erlebnispädagogische Aktivitäten, Projektarbeiten im handwerklichen, wirtschaftlichen
und im sozialen Bereich (siehe unten) und die kontinuierliche Reflektion.Von
wesentlicher Bedeutung sind außerdem die besonderen Lebens- und Lernbedingungen
der fremden geographischen, sozialen, kulturellen, technischen, und sprachlichen
Umwelt, die kaum Ausweichmöglichkeit aus der Situation zulassen, sondern zu
ganzheitlichen Lebenserfahrungen führen.
Sie lassen dem
Jugendlichen das Aufeinander-Angewiesen-Sein sowie auch seine Selbstwirksamkeit
unmittelbar spüren und erleben.
Durch die geringere
soziale Komplexität im Gastland sind Handlungsstrukturen leichter zu entwickeln
und auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Lernen erfolgt dadurch Schritt für Schritt
vor allem aus Konsequenzen "natürlicher" Art (W. Metzger, R. Dreikurs). Die in
Deutschland erlernten Verhaltensmuster, die hier nicht mehr greifen, werden so
langsam ersetzt und eine Verbindung von Alltagsleben, pädagogischer Arbeit sowie
therapeutischen Angeboten in stabilen Beziehungsrahmen hergestellt. Durch diese
natürlichen und weitere, gezielt gestaltete Herausforderungen erhalten die
Jugendlichen die Möglichkeit, die gewohnten, eingeschliffenen Rollen und
Verhaltensweisen zu reflektieren, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen, sich
mit fachlicher Unterstützung zu mobilisieren und dadurch neue Lebensperspektiven
zu entdecken und zu festigen. Besonders nachhaltig für eine positivere Einstellung
zu sich selbst und anderen, hat sich die Begegnung mit der Natur in ihrer sehr
ursprünglichen Form erwiesen. Das unmittelbare Erleben der Natur mit ihren
Gegensätzlichkeiten von Sonnenauf- und Sonnenuntergang, Tag und Nacht, Hitze
und Kälte, Wind und Windstille, Geburt und Tod usw. vermitteln andere Einsichten
und bewirken persönliches Wachstum. Natürlich beeinflusst auch die umgebende Kultur
mit den Sitten und Gebräuchen der dort lebenden internationalen Bevölkerung den
Erziehungsprozess (Interkulturelles Training). Auch die Wirkung der musikalischen
und künstlerischen - meist sehr ursprünglichen - Darbietungen in feierlichen Zeremonien
hat unter Umständen durch das intensive Erlebnis in einer Gemeinschaft therapeutischen Wert.
Insbesondere sind es folgende Ziele, die unsere pädagogische
Arbeit bestimmen:
- Neue Orientierung zu Wiedereingliederung in Gesellschaft ermöglichen
- Identitätsfördernde Erfahrungen sammeln
- Alters entsprechende Kompetenzen fördern
- Abbau eines übermäßigen Misstrauens zu sich selbst und der Umwelt gegenüber
- Entwicklung eines eigenen realen Selbstbildes
- Kontakt zur eigenen Identität herstellen
- Eigene Lebenssinnfindung
- Selbstachtung und Verantwortungsgefühl erwerben
- Emotionale Stabilität entwickeln und stärken
- Steigerung der Frustrationstoleranz
- Positive Gefühle zum eigenem Körper entwickeln
- Erwerb lebenspraktischer Fähigkeiten
- Selbstständige Bewältigung des Alltags
- Sinnvolle und befriedigende Freizeitgestaltung mit begrenztem Konsum vermitteln
- Förderung von Ausdauer und Motivation
- Ausgleich der schulischen Defizite schaffen
- Vorbereiten auf oder Absolvieren eines Schulabschlusses bzw. Vorbereitung, Beginn oder Abschluss einer Ausbildung
- Erwerb beruflicher Qualifikationen
- Arbeit als kreativen Selbstausdruck erleben
- Toleranz und Akzeptanz gesellschaftlicher Normen und Werte aufnehmen und entwickeln
- Gruppenfähigkeit fördern und festigen
- Problemlösungskreativität erwerben
- Gewaltfreie Konfliktbewältigung erlernen
- Begleitung beim Transfer des Gelernten in die neue Lebensumgebung
- Rückführung in die Herkunftsfamilie, Vorbereitung auf eine weiterführende Jugendhilfemaßnahme oder Verselbständigung
Der Maßnahmeverlauf gliedert sich in folgende IV Phasen
Phase I - Beziehungsaufbau
Der
Beziehungsaufbau zwischen dem Jugendlichen und dem Betreuer beginnt immer mit einer
mehrtägigen Wandertour in freier, menschenleerer Natur zu Fuß oder mit dem Pferd
(10 bis 20 Tage, bei Bedarf länger).
Die unbekannte Umgebung mit einer völlig anderen Lebenseinstellung (im Gegensatz zur
"Null-Bock-Mentalität der deutschen Jugendlichen) und das Fehlen von Landes- und
Sprachkenntnissen seitens der Jugendlichen sind die "natürlichen" Motivationsbedingungen
für ein enges Zusammensein und -arbeiten zwischen dem Jugendlichen und seinem Betreuer
und bietet im Prinzip keine Möglichkeiten zur Flucht und Distanzierung. In diesem
überschaubaren Aktionsradius in der Natur werden alle täglichen Angelegenheiten wie
z.B. Nahrungszubereitung, Aufräumen, Unterkunft bzw. Schlafplatz herrichten, Wäsche
waschen usw. gemeinsam erledigt. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit in diesem
Rahmen wird die Teilnahme z.B. an
Expeditionen zu den Seen, Berghöhlen und Wildwasserfahrten mit ganz anderer Motivation
wahrgenommen. Das bewegt die Jugendlichen dazu, über ihren "eigenen Schatten zu
springen" und ermöglicht, ihre Selbstwirksamkeit zu erfahren. Die Expeditionen haben
sich als sehr motivationsfördernd für die Beziehung Betreuer - Jugendlicher erwiesen.
Der Pädagoge wird als "Mensch" angesehen und anerkannt. Sind die Beziehungen zwischen
dem Jugendlichen und seinem Betreuer ausreichend gefestigt, wird gemeinsam die nächste
Phase geplant.
Dia-show "Phase I"
Phase II - Erweiterter Gesichtskreis und "individuelles Projekt"
Durch das Erlebte und Gelernte in Phase I erkennen die Jugendlichen,
dass "die Brötchen nicht auf den Bäumen wachsen", ihr "Cool sein" wandelt sich in
Anerkennung eigener Leistungen und die anderer. Es wird langsam klar, dass der
Mensch durch sein "Geben und Nehmen" von anderen und sich selbst zu bewerten und
zu akzeptieren ist. Gemeinschaftliches Leben auf dem Lande, wo "Aldi" und "McDonald"
nicht zur Verfügung stehen, sondern die Menschen ihre Nahrung durch gemeinsames
Handeln erarbeiten (Viehzucht, Gemüseanbau, Obst- und Früchteanbau usw.) und
durch eigene Anstrengung ihre wirtschaftliche Lebenslage verbessern und sichern,
motiviert den Jugendlichen, eigene Kräfte und Pläne im realen Leben auszuprobieren.
Anknüpfend an Interessen, Wünsche und Ziele des Jugendlichen werden in dieser
Zeit unterschiedliche Projekte mit ihm geplant und durchgeführt. Im Rahmen dieser
Projekte werden Kreativität, handwerkliche Geschicklichkeit, Belastbarkeit,
Ausdauer, soziale Fähigkeiten gefördert und gefestigt. Dies können z.B. sein:
"Traktorprojekt":
Zusammenbasteln
eines Traktors, um auf dem Feld für den eigenen Bedarf zu arbeiten oder der Dorfgemeinschaft
zu helfen.
"Autoprojekt":
Ein Schrottauto fahrbar machen, um fachtechnisches Wissen (Lackierarbeit,
Karosseriearbeit, Schlosserkenntnisse) zu erwerben, eine Fahrererlaubnis zu bekommen,
die auch in Deutschland ohne zusätzliche Prüfung bestimmte Zeit gültig ist.
"Tierzuchtprojekt":
Viehzucht oder Zucht
von Haus- und Kleintieren (Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner, Gänse, Enten,
Tauben usw. mit eigenem Ackeranbau) oder Imkerei, um handwerkliche und wirtschaftliche,
zoologische oder kaufmännische Grundkenntnisse zu erwerben.
"Soziales Projekt":
Hilfe
gegenüber in Not geratenen Menschen: Lebensmittelbesorgung, Renovierung,
Begleitung zum Arzt, Wohnung beheizen (im Winter) usw., Unterstützung von Straßenkinder
mit Kooperationspartnern.
Parallel dazu werden potentielle Freizeitinteressen der Jugendlichen erkundet und
gefördert. Nach Möglichkeit werden die Jugendlichen zur aktiven Teilnahme an entsprechende
Vereine oder Freizeitgruppen herangeführt. Je nach pädagogischer Notwendigkeit setzen
wir erlebnispädagogische Elemente ein - insbesondere bei Krisensituationen.
Hat der Jugendliche erste positive Erfahrungen mit seinen eigenen
Kräften, seiner eigenen Leistungsfähigkeit, seiner Selbstwirksamkeit gesammelt,
folgt der Übergang zur III. Phase.
Dia-show "Phase II"
Phase III - Vorbereitung auf Schul- oder Berufsausbildung
Die in
Phasen I und II entwickelten Fähigkeiten wie Ausdauer, Vertrauen zu sich und den
Mitmenschen, erfolgreiches Handeln, ermöglichen dem Jugendlichen über seinen bisherigen
Horizont hinaus zu schauen. Eigene Schwächen lernt er besser einzuschätzen, Stärken zu
entwickeln. Dabei gelingt es ihm immer besser, für sich selbst erreichbare Ziele zu stecken.
Die intrinsische Motivation
bewegt den Jugendlichen zum gezielten Lernen. Der junge Mensch ist in dieser Lebensphase
bereit, einen Schulabschluss anzustreben (in einer deutschsprachigen Schule, durch
Fernschule oder Einzelunterricht) oder vorbereitende Qualifikationen zu erwerben. Die
im Laufe des Projektes erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten können
ebenfalls genutzt
werden, um berufliche Qualifikationen zu erlernen. Dazu wird ihnen Gelegenheit
gegeben, sich durch Praktika auszuprobieren und in unterschiedlichen Arbeitsfeldern
aktiv mitzuarbeiten (z.B. Bäckerei, Autowerkstatt, Bauernhof, Friseursalon, Cafe,
Tischlerei usw.). Durch das Internet besteht eine Möglichkeit, zu vergleichbaren
deutschen Ausbildungsbetrieben Kontakt aufzunehmen und professionellen Lernaustausch
herzustellen. Musikalische, künstlerische, kulturelle Bedürfnisse der Jugendlichen
werden berücksichtigt und unterstützt. Das verstärkt die Selbstsicherheit des Jugendlichen,
beeinflusst den erzieherischen Prozess und erleichtert die Integration bei der Rückkehr
nach Deutschland.
Dia-show "Phase III"
Phase IV - Ablösephase und Vorbereitung auf die Rückkehr
nach Deutschland
Auslandsmaßnahmen
basieren auf der bewussten Herausnehme des Jugendlichen aus seinen gewohnten sozialen
Bezügen und Verhaltensweisen und zielen auf eine völlige Neuorientierung ab. Damit
kommt der Phase der Ablösung und Rückkehr nach Deutschland eine entscheidende Bedeutung
zu. Sie ist rechtzeitig und sorgfältig im Rahmen der Hilfeplanung mit allen Beteiligten
vorzubereiten. Insbesondere ist darauf zu achten, dass der Jugendliche die Auslandsphase
positiv für sich abschließen kann, er die entwickelte Perspektive akzeptieren und
mittragen kann und die Anschlussmaßnahme strukturell und inhaltlich so gestaltet
wird, dass sie Bezug auf die Erfahrungen des Auslandsaufenthaltes nimmt und die
erlernten Fähigkeiten und Kompetenzen "nahtlos" zum Tragen kommen können.
Eine ausreichende und angemessene Vermittlung der Erfahrungen
und Erkenntnisse aus der bisherigen Arbeit mit dem jungen Menschen ist ebenso
von Bedeutung wie die Begleitung des Jugendlichen in den neuen Lebensabschnitt
durch eine vertraute Bezugsperson.
Dia-show "Phase IV"
Nachbetreuung
Die
Nachbetreuung in Deutschland erfolgt in der eigenen Einrichtung
des Geschäftsführers
im Landkreis Hannover, wobei sich auch die Unterbringung in die Einrichtungen der
Kooperationspartner vom "Pilger" bei Bedarf organisieren lässt.
Eine positive Entwicklung der Jugendlichen ist nicht zuletzt
von der gesamten Situation und Entwicklung im Elternhaus abhängig. Daher wird
großer Wert auf die Beziehungen und Kommunikation zwischen Herkunftsfamilie und
den Jugendlichen gelegt. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und den Eltern/Sorgeberechtigten
werden die Strategien der Elternarbeit entwickelt, im Hilfeplan festgelegt und auf der
Basis der Entwicklung des Jugendlichen und der gemachten Erfahrungen fortgeschrieben.
Die Eltern/Sorgeberechtigten werden regelmäßig über den Entwicklungsstand ihres
Kindes informiert. Sofern es sich als pädagogisch sinnvoll erweist, haben die
Eltern/Sorgeberechtigten die Möglichkeit, den Minderjährigen am Projektort zu
besuchen.
Das Leitungsteam des Pilgers besteht aus:
- dem Geschäftsführer - ausgebildeter Erzieher, Musikpädagoge/Dirigent
und Bergführer mit über 20-jähriger Erfahrung in der Kinder-/Jugendarbeit (davon 9
Jahre ISE-Projektarbeit), Geschäftsführer vom "Pilger" in Landkreis Hannover, Stadt Pattensen.
- dem stellvertretenden Geschäftsführer und Berater - Erzieher,
ausgebildeter praktischer Psychologe, berufsbegleitende Ausbildung zum Gestalttherapeuten,
Fortbildung in Verhaltenstherapie, berufliche Erfahrungen in eigener Projektarbeit
mit einem deutschen Jugendlichen und in erlebnispädagogischen Projekten mit kirgisischen
Jugendlichen aus Risikogruppen
- dem Supervisor/Berater und Therapeuten - Dr. med./Fachrichtung
Psychiatrie, Ausbildung zum Psychotherapeuten und zum Gestalttherapeuten
(Gestalt Associates Training Los Angeles - GATLA)
Sie werden unterstützt durch:
- einen Juristen mit den Schwerpunkten Kriminologie,
Drogen und Politologie
- eine Dolmetscherin - Lehrerin beim Goethe Institut in Bischkek
- eine Sekretärin - Deutsch-Lehrerin, Erfahrungen
in Journalistik.
Die Betreuer haben in der Regel eine Ausbildung als Lehrer,
die die Erzieher-Qualifikation einschließt, mit langjähriger Berufserfahrung.
Voraussetzung für alle Betreuer ist eine Zusatzausbildung zum "praktischen Psychologen",
sowie die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen im Bereich Pädagogik und Psychologie,
um dem deutschen Standard zu entsprechen.
Darüber hinaus besitzen alle Kollegen konzeptspezifische
Qualifikationen wie z.B.
- Sportlehrerdiplom mit Zusatzausbildung in Bergwandern,
Felsklettern, Fallschirmspringen,
- Tauchen, Wildwasserfahrten, Kampfsportarten und Selbstverteidigung,
- landwirtschaftliche und handwerkliche Kenntnisse und Fähigkeiten
in Kleintierhaltung, Viehzucht, Garten- und Ackerbau, Tischler- und Maurerhandwerk,
Renovierung und Installation.
Der pädagogische Handel der Betreuer ist durch Authentizität
und Belastbarkeit, Flexibilität und Kreativität geprägt.
Unter
Berücksichtigung der Bedürfnissituation des einzelnen Jugendlichen, seiner
Entwicklungslage und Interessen wird die Betreuungstelle, Betreuungspersonal, bzw.
Betreuerfamilie ausgewählt. Neben den o. g. fachlichen Voraussetzungen bringen die
pädagogisch qualifizierten Familien eine hohe Bereitschaft mit, den Jugendlichen auf-
und anzunehmen und ihr familiäres Leben auf dessen pädagogischen Bedarf auszurichten.
Um die Entwicklung schädigende Faktoren zu vermeiden und die spezielle pädagogische
Einflussnahme ausschließlich auf die individuelle Problemlage des Hilfebedürftigen
nehmen zu können, wird grundsätzlich nur ein Jugendlicher in die Betreuungsfamilie aufgenommen.
Die
Betreuungsstellen mit vielfältigen Ausgestaltungsmöglichkeiten befinden sich zumeist
in Dörfern. In erreichbarer Nähe zu den Betreuungsstellen befinden sich
Einkaufsmöglichkeiten, Erste Hilfestationen, Apotheken, Schulen, Handwerksbetriebe,
Sportanlagen, Wirtschaftsfarmen usw. Die in der Nähe ligenden Städte sind per Auto oder Bus gut
erreichbar. Die ärztliche und medizinische Versorgung
entspricht dem europäischen Standard.
Das Leben
in einem Gastland ist von einer natürlichen Achtung des jüngeren gegenüber dem
älteren Menschen geprägt, wobei die elterliche Autorität von den Kindern respektvoll angenommen
wird. Der familiäre Zusammenhalt ist sehr ausgeprügt, jeder trägt selbstverständlich und
im Rahmen seiner Möglichkeiten seinen Teil zur Alltagsbewältigung und dem gemeinsamen
Leben bei.
Das soziale Umfeld ist klar strukturiert und überschaubar. Die
soziale Kontrolle in der Dorfgemeinschaft spielt eine große Rolle, wodurch die
pädagogische Arbeit wesentlich unterstützt wird.

16.07.2010
Bundesminister Guido Westerwelle: "Ich bin zuversichtlich, was die künftige Entwicklung Kirgisistans angeht. Denn Kirgisistan hat rasch begonnen, die Lehren aus den beiden jüngsten Krisen zu ziehen: Die neue Verfassung begrenzt die Macht des Präsidenten und sieht weitere Schritte der Demokratisierung vor. Wichtig wird es sein, die Verfassungswirklichkeit jetzt auch danach zu gestalten. Daneben kommt es jetzt darauf an, auch die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung zu verbessern und allen Teilen der Bevölkerung gleichmäßigen Zugang zu der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zu gewährleisten.
Schließlich ist für das friedliche Zusammenleben aller Gruppen in Kirgisistan die Versöhnung nach den Auseinandersetzungen im Süden wichtig. Deutschland wird Kirgisistan in allen diesen Feldern konstruktiv unterstützen und begleiten...
Das gegenseitige Verständnis und Vertrauen ist gewachsen. Gleichwohl bleibt die weitere Umsetzung der Strategie eine zentrale Aufgabe für die nächsten Jahre. Insbesondere in den Bereichen der Entwicklung des Rechtsstaats, des Wasser-Managements und der Energiebeziehungen sehe ich gute Perspektiven für vertiefte Zusammenarbeit"
Kyrgyzstan (auch Kirgisien) ist seit 1991 ein unabhängiger Staat in Zentralasien, grenzt im Norden
an Kasachstan, im Osten und Südosten an China, im Südwesten an Tadschikistan und im
Westen an Usbekistan.
Das Land mit einer Gesamtfläche von 198 500 Quadratkilometern
und ca. 4,8 Millionen Einwohnern war vor Erlangung der Unabhängigkeit als Kirgisische
Sowjetrepublik Teil der UdSSR.
In der BRD bewohnen zum Vergleich ca. 80 Millionen Menschen eine
Fläche von 248 709 Quadratkilometern. Bischkek, Hauptstadt von Kyrgyzstan,
ist mit rund 760.000 Einwohnern die größte Stadt des Landes. Sie liegt im
Tschu Tal (Nord der Republik) in der Nähe vom Nachbarstaat Kasachstan.
Die Kirgizen stellen 52 % der Bevölkerung, 22 % sind Russen,
13 % Usbeken. Außerdem leben u. a. Ukrainer, Tataren, Deutsche, Tadschicken, Aseri
(Aserbaidschaner) im Land. Kyrgyzstan erkannte als erster Staat der GUS der
deutschsprachigen Minderheit Autonomerechte zu.
Die Amtssprache ist Kyrgyzisch und die offizielle Sprache ist Russisch. Die Zugehörigkeit zu den unterschiedlichen
Religionsgemeinschaften (Muslimen und Christen - Orthodox, Katholiken, Protestanten,
Evangelisten) ist frei.
Neben der dünnen Besiedlung ist die abwechslungsreiche
Landschaft Kyrgyzstans ein El Dorado für Trekkingbegeisterte: Hochgebirge und
Täler, Wald und Steppe wechseln sich ab. Im Süden erhebt sich das Alai Gebirge
sowie Ausläufer des Pamir. Insgesamt liegen mehr als 50 % der Staatsfläche höher
als 2.500 Meter. Gletscher und ewiger Schnee bedecken über 3 % der Landesfläche.
Die Pflanzenwelt in den Gebirgstälern ist wüsten- und halbwüstenartig, in den
Bergen finden sich Bergsteppen, Wälder, Hochgebirgswiesen und Wiesensteppen.
Außerdem gibt es viele seltene Tierarten, darunter der Tjan-Schan-Braunbär,
Rotwolf und Schneeleopard. Das Klima ist kontinental mit starken jahreszeitlichen
Temperaturschwankungen.
Ukraine im Überblick
Bulgarien im Überblik
Qualitätsentwicklung und -Sicherung erfolgt durch:
- Koordination, Beratung und Kontrolle der einzelnen Projekte durch
das Leitungsteam (mit einem zentralen Büro sowie mit einem Büro des Geschäftsführer
in Hannover)
- "Rund um die Uhr-Zuständigkeit"/Durchsetzungsfähigkeit des Betreuungspersonal
- Auszeitstrategien, um Energieeinteilung der einzelnen Projekten vorzunehmen
- das Qualität/ und Leistungsbewustsein der Mitarbeiter
- kontinuierliche Fortbildung der Betreuer, sowie der gesamten Personal
- regelmäßige Fallbesprechung (Leitungsteam und Betreuer)
- regelmäßige Teamberatung (Leitungsteam mit allen Betreuern)
- regelmäßige Einzelsupervision (Supervisor - Betreuer)
- regelmäßige Projektbesuche vor Ort (Geschäftsführer)
- regelmäßige Projektbesuche vor Ort (Stellvertreter oder Supervisor)
- Rufbereitschaft rund um die Uhr (Geschäftsführer, Stellvertreter, Supervisor)
- Erreichbarkeit der Projekte täglich von Deutschland aus
- Halbjährliches Hilfeplangespräch (vorzugsweise durch Besuch des
zuständigen Sacharbeiters des Jugendamtes vor Ort)
- Erziehungsplanung auf der Basis des Hilfeplans
- Tagesberichte/- Dokumentation
- Schriftliche Wochenplanung und Auswertung
- Monatsberichte über Entwicklung der Jugendlichen
- Regelmäßige Information der Eltern/ Sorgeberechtigter der Jugendämter
- Jährliche Überprüfung der Konzeption/Arbeitstrukturen
- Informationsaustausch mit:
- Kirgisischer Botschaft in Berlin
- zuständiger Deutscher Botschaft
- Fachaustausch mit der "Gesellschaft für die Entwicklung der
Gestalttherapie" in Bischkek
- Kooperation mit staatlichen und örtlichen Behörden und
Institutionen:
- Verein "Strannik" - Hilfszentrum für Kinder und Jugendliche in Kirgisien
- entsprechendes Bildungsministerium
- Staatlichanerkanntes Bildungszentrum "Praktische Psychologie" in Kirgisien
- Berufsbildendem Zentrum in Bischkek
- "Zentrum der deutschen Kultur" in Bischkek
- Goethe Institut
- Mitgliedschaft in:
- Kooperation mit Jugendhilfeeinrichtungen in Deutschland, u. a.:
- Kinderdorf am Adeligem Holze (Thedinghausen)
- Feuer und Wasser (Eustrup)
- Evangelische Jugendheime Heidenheim e.V. (Heidenheim)
- Fachzentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe der Diakonie Freistatt (Freistatt)
- St. Petri Kinder- und Jugendhilfe
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